Kostenlose Beispielaufgaben

IHK-Abschlussprüfung Fachinformatiker

Hier findest du typische Aufgaben, wie sie in der IHK-Abschlussprüfung für Fachinformatiker (AP1 & AP2) vorkommen können – inklusive vollständiger Musterlösungen.

Über diese Beispielaufgaben

Die folgenden Aufgaben wurden KI-gestützt generiert und orientieren sich an typischen Prüfungsformaten der IHK-Abschlussprüfung für Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung & Systemintegration). Sie dienen als Übungsmaterial und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Übereinstimmung mit realen Prüfungsaufgaben. Auf Prüfungscoach werden solche Aufgaben individuell und endlos generiert – jedes Mal andere Szenarien, Unternehmen und Fragestellungen.

Aufgabe 1AP1Netzwerktechnik20 Punkte • Mittel

Netzwerkplanung für eine Filiale

Die Bürofix GmbH eröffnet eine neue Filiale mit 25 Arbeitsplätzen. Als Fachinformatiker*in sollen Sie die Netzwerkinfrastruktur planen.

Ausgangssituation:

Die Filiale verfügt über ein Stockwerk mit drei Büroräumen (je 8, 10 und 7 Arbeitsplätze). Ein Serverraum ist vorhanden. Die Anbindung an die Zentrale soll über eine VPN-Verbindung über das Internet erfolgen. Die Internet-Anbindung erfolgt über einen 500 Mbit/s Business-Anschluss.

Teilaufgaben:

a) Nennen Sie vier Netzwerkkomponenten, die für das beschriebene LAN benötigt werden, und begründen Sie deren Einsatz. (8 Punkte)

b) Berechnen Sie die minimal benötigte Anzahl an Switch-Ports, wenn für jeden Arbeitsplatz ein Anschluss vorgesehen ist und zusätzlich ein Netzwerkdrucker pro Raum, ein NAS-Server sowie die Uplink-Verbindungen berücksichtigt werden. (4 Punkte)

c) Erläutern Sie zwei Vorteile der Verwendung von VLANs in diesem Szenario. (4 Punkte)

d) Beschreiben Sie, welche Maßnahmen Sie ergreifen, um die VPN-Verbindung zur Zentrale abzusichern. (4 Punkte)

Musterlösung anzeigen

a) Netzwerkkomponenten (8 Punkte):

1. Managed Layer-2/3-Switch(es): Zentrale Verteilung aller kabelgebundenen Endgeräte im LAN. Managed-Switches ermöglichen VLAN-Konfiguration, Port-Security und Monitoring.

2. Router / Firewall (UTM): Verbindung zwischen internem LAN und dem Internet. Paketfilterung, NAT, VPN-Terminierung und Schutz vor unautorisierten Zugriffen.

3. WLAN Access Points: Bereitstellung von drahtlosem Netzwerkzugang für mobile Geräte (Laptops, Tablets). Abdeckung aller drei Büroräume.

4. Patch-Panel + Strukturierte Verkabelung (Cat 6a/7): Ordnungsgemäße, skalierbare Verkabelungsinfrastruktur. Ermöglicht saubere Kabelführung und einfache Wartung im Serverraum.

b) Switch-Port-Berechnung (4 Punkte):

KomponenteAnzahl
Arbeitsplätze25
Netzwerkdrucker (3 Räume)3
NAS-Server1
Uplink zum Router/Firewall1
Uplink zwischen Switches (ggf.)1
Gesamt31 Ports

→ Mindestens 31 Switch-Ports werden benötigt. In der Praxis empfiehlt sich ein 48-Port-Switch oder zwei 24-Port-Switches (mit Reserve).

c) Vorteile von VLANs (4 Punkte):

1. Sicherheit durch Netzsegmentierung: Durch die Trennung in VLANs (z. B. Büro-VLAN, Server-VLAN, Drucker-VLAN) wird verhindert, dass Broadcast-Traffic ungehindert das gesamte Netz erreicht. Gezielte Zugriffskontrolle zwischen den Segmenten ist möglich.

2. Performance-Optimierung: VLANs reduzieren die Broadcast-Domäne. Dadurch wird der Netzwerkverkehr effizienter, da Broadcasts nur innerhalb des jeweiligen VLANs weitergeleitet werden.

d) VPN-Absicherung (4 Punkte):

IPsec oder WireGuard: Verwendung eines starken Verschlüsselungsprotokolls (z. B. IKEv2/IPsec mit AES-256) für die Site-to-Site-VPN-Verbindung.

Zertifikatsbasierte Authentifizierung: Statt reiner Pre-Shared Keys werden X.509-Zertifikate zur gegenseitigen Authentifizierung der Standorte eingesetzt.

Perfect Forward Secrecy (PFS): Aktivierung von PFS, damit vergangene Sitzungen nicht durch einen späteren Schlüsselkompromiss entschlüsselt werden können.

Firewall-Regeln: Nur die für den Geschäftsbetrieb nötigen Ports/Protokolle werden über den VPN-Tunnel zugelassen.

Aufgabe 2AP1Datenbanken & SQL15 Punkte • Mittel

Datenbank für ein Ticketsystem

Die CloudServ AG entwickelt ein internes Ticketsystem zur Erfassung von IT-Störungen. Sie sollen die Datenbankstruktur entwerfen.

Gegeben ist folgendes vereinfachtes ER-Modell:

Mitarbeiter (MitarbeiterNr [PK], Name, Abteilung, Email)

Ticket (TicketNr [PK], Titel, Beschreibung, Prioritaet, Status, ErstelltAm, ErstelltVon [FK → Mitarbeiter], ZugewiesenAn [FK → Mitarbeiter])

Teilaufgaben:

a) Schreiben Sie die SQL-Anweisung, um die Tabelle Ticket mit allen Spalten, Datentypen und Fremdschlüsseln zu erstellen. Verwenden Sie sinnvolle Datentypen und Constraints. (6 Punkte)

b) Formulieren Sie eine SQL-Abfrage, die alle offenen Tickets (Status = 'offen') anzeigt, sortiert nach Priorität (absteigend) und Erstellungsdatum (aufsteigend). Die Ausgabe soll TicketNr, Titel, Priorität sowie den Namen des zugewiesenen Mitarbeiters enthalten. (5 Punkte)

c) Schreiben Sie eine SQL-Abfrage, die für jede Abteilung die Anzahl der aktuell offenen Tickets anzeigt. (4 Punkte)

Musterlösung anzeigen

a) CREATE TABLE (6 Punkte):

CREATE TABLE Ticket (
    TicketNr      INT PRIMARY KEY AUTO_INCREMENT,
    Titel         VARCHAR(200) NOT NULL,
    Beschreibung  TEXT,
    Prioritaet    ENUM('niedrig', 'mittel', 'hoch', 'kritisch') 
                  NOT NULL DEFAULT 'mittel',
    Status        ENUM('offen', 'in_bearbeitung', 'geloest', 'geschlossen') 
                  NOT NULL DEFAULT 'offen',
    ErstelltAm    DATETIME NOT NULL DEFAULT CURRENT_TIMESTAMP,
    ErstelltVon   INT NOT NULL,
    ZugewiesenAn  INT,
    FOREIGN KEY (ErstelltVon) 
        REFERENCES Mitarbeiter(MitarbeiterNr),
    FOREIGN KEY (ZugewiesenAn) 
        REFERENCES Mitarbeiter(MitarbeiterNr)
);

b) Offene Tickets mit Zuweisungsname (5 Punkte):

SELECT 
    t.TicketNr,
    t.Titel,
    t.Prioritaet,
    m.Name AS ZugewiesenAn
FROM Ticket t
LEFT JOIN Mitarbeiter m 
    ON t.ZugewiesenAn = m.MitarbeiterNr
WHERE t.Status = 'offen'
ORDER BY 
    FIELD(t.Prioritaet, 'kritisch', 'hoch', 'mittel', 'niedrig'),
    t.ErstelltAm ASC;

Hinweis: LEFT JOIN, da ZugewiesenAn NULL sein kann (Ticket noch nicht zugewiesen). Alternativ zu FIELD() kann ein CASE-Ausdruck verwendet werden.

c) Offene Tickets pro Abteilung (4 Punkte):

SELECT 
    m.Abteilung,
    COUNT(t.TicketNr) AS AnzahlOffeneTickets
FROM Mitarbeiter m
JOIN Ticket t 
    ON m.MitarbeiterNr = t.ZugewiesenAn
WHERE t.Status = 'offen'
GROUP BY m.Abteilung
ORDER BY AnzahlOffeneTickets DESC;
Aufgabe 3AP2 (AE)Softwareentwicklung15 Punkte • Mittel

Entwurfsmuster und Qualitätssicherung

Die DataFlow GmbH entwickelt eine Java-Anwendung zur Verarbeitung unterschiedlicher Dateiformate (CSV, JSON, XML). Sie werden in das Projekt eingebunden.

Teilaufgaben:

a) Erklären Sie das Strategy-Pattern und begründen Sie, warum dieses Entwurfsmuster für die Verarbeitung verschiedener Dateiformate geeignet ist. Skizzieren Sie das UML-Klassendiagramm (Textform). (6 Punkte)

b) Nennen und erläutern Sie drei Teststufen der Softwareentwicklung und ordnen Sie jeweils ein konkretes Testbeispiel aus dem beschriebenen Projekt zu. (6 Punkte)

c) Erklären Sie den Unterschied zwischen Black-Box- und White-Box-Testing und nennen Sie je ein Testverfahren. (3 Punkte)

Musterlösung anzeigen

a) Strategy-Pattern (6 Punkte):

Das Strategy-Pattern ist ein Verhaltensmuster (Behavioral Pattern), das es ermöglicht, eine Familie von Algorithmen zu definieren, sie zu kapseln und austauschbar zu machen. Der Algorithmus kann unabhängig vom nutzenden Client variiert werden.

Eignung für das Projekt: Jedes Dateiformat (CSV, JSON, XML) erfordert eine andere Verarbeitungslogik. Durch das Strategy-Pattern wird jede Verarbeitungslogik in eine eigene Klasse gekapselt. Neue Formate (z. B. YAML) können ergänzt werden, ohne bestehenden Code zu ändern (Open/Closed-Principle).

UML-Klassendiagramm:

UML-Diagramm

b) Drei Teststufen (6 Punkte):

1. Unit-Test (Modultest):

Testen einzelner Methoden/Klassen isoliert. *Beispiel:* Testen der Methode CsvParser.parse() mit einer bekannten CSV-Eingabe und Vergleich des Ergebnisses mit dem erwarteten Datenobjekt.

2. Integrationstest:

Testen des Zusammenspiels mehrerer Komponenten. *Beispiel:* Testen, ob der FileProcessor die richtige Parser-Strategie auswählt und die Datei korrekt vom Einlesen bis zur Rückgabe der geparsten Daten verarbeitet.

3. Systemtest / Abnahmetest:

Testen der gesamten Anwendung aus Benutzersicht. *Beispiel:* Upload einer CSV-, JSON- und XML-Datei über die Benutzeroberfläche und Überprüfung, ob alle Formate korrekt verarbeitet und die Ergebnisse angezeigt werden.

c) Black-Box vs. White-Box (3 Punkte):

Black-Box-TestingWhite-Box-Testing
DefinitionTest ohne Kenntnis der internen Implementierung. Es wird nur das Ein-/Ausgabeverhalten geprüft.Test mit Kenntnis des Quellcodes. Die interne Logik und Struktur wird gezielt getestet.
TestverfahrenÄquivalenzklassenbildung: Eingabewerte werden in gültige und ungültige Klassen unterteilt und je ein Repräsentant getestet.Anweisungsüberdeckung (Statement Coverage): Jede Zeile des Quellcodes wird mindestens einmal ausgeführt.

Das war nur ein Vorgeschmack.

Auf Prüfungscoach generiert die KI endlos neue Aufgaben – individuell auf dein Lernfeld zugeschnitten, mit sofortigem Feedback, Schwachpunktanalyse und realistischen Prüfungssimulationen.